Jerg-Ratgeb Skulpturen- und Lehrpfad

 

Das Projekt hat sich über 20 Jahre entwickelt, fand aber erst ein Forum durch ein städtisches Bürgerbeteiligungsprojekt im Rahmen der „Mitmachen - Stadt“ Herrenberg. In die VHS wurden interessierte Bürger eingeladen, die sich an der Planung, Organisation und Durchführung zu beteiligen bereit waren. Als Kurator des Pfades traf Prof. Dr. Bathelt eine Künstlerauswahl, gemeinsam wurden Standorte für die Werke festgelegt und vor allem die beiden Sprecher der Gruppe Walter Grandjot und Stephanie Brachtl, unterstützt von Stefan Heinrich und später Martin Dietze sorgten für Sponsoren, leisteten viel Arbeit bei der Aufstellung und koordinierten die Kontakte zur städtischen Patin Magistra Elena Hocke und durch sie zu den städtischen Ämtern.

Heute umfasst der Pfad fünfundzwanzig Stationen, die mit Arbeiten bedeutender Künstler belegt sind. Die meisten von Ihnen haben zum Thema „Ratgeb" und "Herrenberger Altar“ gearbeitet. Ergänzende Arbeiten - teilweise aus Nachlässen - sind so ausgewählt worden, dass sie dem Thema des Pfades entsprechen.

Nach angewandtem Material, Arbeitstechnik und Ausdruck ist der Pfad auch ein Lehrpfad für zeitgenössische Bildhauerkunst.

Inhaltlich geht es um den Künstler Jerg Ratgeb aus der Zeit der Bauernkriege zu Beginn der 16. Jahrhunderts, um sein Hauptwerk „Herrenberger Altar“ (vormals in der Stiftskirche und heute in der Staatsgalerie Stuttgart), um seine Beteiligung am Bauernkrieg und schließlich seine Hinrichtung in Pforzheim.

Die Periode am Ausgang des 15. und am Beginn des 16. Jahrhunderts mit einer frühen Deklaration von Menschenrechten bietet historische Erinnerung mit vielfältig herstellbaren Gegenwartsbezügen. Solche Bezüge haben die beteiligten Künstler aufgegriffen und in ihre Arbeiten übersetzt.

In einer Zeit, in der der Geldwert so wichtig geworden ist, muss nachgerade zwingend daran erinnert werden, dass dieser Pfad - der dauerhaft in Herrenberg verbleiben kann - einen Wert von etwa 500.000 EUR darstellt. Im Vergleich mit den Summen, die sonst vom Kunstmarkt her bekannt oder die für Transfers im Sport üblich geworden sind, mag das bescheiden klingen, aber es entspricht dem, was heute außerhalb der „Klassischen Moderne“ verauslagt werden muss, wenn hochwertige zeitgenössische Kunst eingesetzt sein will.

Seit seiner Eröffnung im Mai 2015 finden jährlich mehr als 50 Führungen statt, die aus ganz Baden-Württemberg angefragt werden: Tendenz steigend. Es gibt inzwischen einen Flyer (mehrsprachig), eine Homepage und ein umfangreicher Katalog wird im Frühjahr 2018 folgen. Zu Ende 2017 steht die Aufstellung zweier weiterer Arbeiten an, die von Peter Römpert und Erich Hauser stammen.

Rückblick: Es war sehr viel Arbeit und ist es auch noch. Sieht man das Ergebnis, so hat sich der Aufwand mehr als gelohnt.

Informationen zum Künstler Thomas Putze finden Sie hier.